Gemeinsame Presseerklärung der Stadt- und Kreisverbände von Gießen und Marburg zum UKGM

Das Vabanquespiel, das die CDU/FDP-Landesregierung mit dem Verkauf der Universitätskliniken und der damit verbundenen völlig unzureichenden Klärung des Verhältnisses von Krankenversorgung und Forschung und Lehre unternommen hat, ist gescheitert. Die Folgen dieses Scheiterns dürfen nicht zu Lasten der Region und der Kommunen gehen. Für die Region stehen durch die hochriskante Maßnahme des Landes nicht nur das Renommee der Traditionsuniversitäten mit ihrem jeweils breiten Spektrum an wissenschaftlicher Forschung und Lehre auf dem Spiel, sondern auch die Qualität der Gesundheitsversorgung und insbesondere die Existenz der medizinischen Fachbereiche.

An den medizinischen Fachbereichen der Philipps-Universität Marburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen gibt es jeweils rund 2.770 Studierende. Die Tatsache, dass die Ausbildungsplätze für angehende Ärzte mehr als beschränkt sind und es nach wie vor den NC gibt, macht deutlich, wie wichtig die beiden Standorte für die Zukunft der Medizin in Deutschland sind, vor allem auch angesichts des zu erwartenden Ärztemangels.

Die Zahl der Beschäftigten in diesen Fachbereichen (neben denen in der Krankenversorgung Beschäftigten) liegt bei jeweils 1.200. Ein Verlust einer der beiden Fachbereiche wäre ein Schaden für die gesamte mittelhessische Region und kann nicht hingenommen werden.

Nicht allein die Tradition als Volluniversitäten spricht für die Sicherung und den Ausbau der beiden Hochschulstandorte und ihrer Universitätskliniken. Beide Universitäten zeichnen sich durch eine anerkannt hohe Qualität in der Krankenversorgung wie in der damit verknüpften Forschung und Lehre aus. Ihr Ruf auf diesem Gebiet liegt deutlich vor anderen hessischen Universitäten, wie jüngste Erhebungen gezeigt haben. Darauf verweist (unbeabsichtigt) auch das gescheiterte Vorhaben der Landeregierung, hier eine neue Generation der Partikeltherapieanlagen in Deutschland anzusiedeln. Noch im vergangenen Jahr wurde dafür ein renommierter Hochschullehrer berufen. Allerdings zeigt dieses Beispiel auch das Ausmaß an Unprofessionalität und das Versagen der Landesregierung bei der Privatisierung in grandioser Form.

Bündnis90/DIE GRÜNEN kommt eine besondere Verantwortung zu. Sie sind die einzige Partei, deren Fraktionen in den Kreistagen von Marburg-Biedenkopf und Gießen sowie in den Stadtverordnetenversammlungen von Gießen und Marburg mitregieren und Bürgermeister und Beigeordnete stellen.

Vor diesem Hintergrund haben sich die Vorstände der Stadtverbände von Gießen und Marburg und der Kreisverbände von Marburg-Biedenkopf und Gießen zu einer gemeinsamen Beratung getroffen und erklären:

 

PRESSEERKLÄRUNG

"Mittelhessen stärken - Eine sichere Zukunft für das mittelhessische Universitätsklinikum UKGM und die medizinischen Fachbereiche in Marburg und Gießen

die Kreis- und Stadtverbände der GRÜNEN in Marburg und Gießen fordern mit Nachdruck, dass das Universitätsklinikum Gießen - Marburg (UKGM) erhalten und ausgebaut wird. Die hohe Qualität der regionalen und überregionalen Patientenversorgung muss sichergestellt werden und die davon nicht zu trennende national und international hoch anerkannte medizinische Forschung und Lehre in den beiden medizinischen Fachbereichen in Gießen und Marburg.

Gemeinsam fordern die Giessener und die Marburger Stadt- und Kreisverbände der GRÜNEN die Hessische Landtagsfraktion von Bündnis 90 / DIE GRÜNEN und alle anderen im Landtag vertretenen Parteien auf, dass sie sich für die Stärkung der mittelhessischen Universitäten mit ganzer Kraft einsetzen.

Die Gießener und Marburger Stadt- und Kreisverbände von Bündnis 90 / Die Grünen fordern die Landesregierung auf, sich öffentlich für den Erhalt des Universitätsklinikums Gießen/Marburg und für den Erhalt der beiden medizinischen Fachbereiche mit allen medizinischen Studienplätzen in Marburg und Gießen auszusprechen und geeignete Maßnahmen in die Wege zu leiten, die diesem Ziel dienen. Über die einzelnen Schritte, wie dieses Ziel erreicht werden kann, soll die Landesregierung die Öffentlichkeit und vor allem die betroffenen Städte und Landkreise umfänglich und zeitnah informieren."

 

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