Die Kreistagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN besuchte am Dienstag, dem 11. September den DRK Rettungsdienst Mittelhessen auf seiner Rettungswache Marburg-Süd. Geschäftsführer Markus Müller stellte das Unternehmen vor und erläuterte den Ablauf von rettungsdienstlichen Einsätzen bei einer Führung durch die Rettungswache.
Im anschließenden Gespräch standen aktuelle berufs- und gesundheitspolitische Themen im Vordergrund, die den Rettungsdienst derzeit beschäftigen.
Anders als in vielen anderen Bereichen des Gesundheitswesens ist im Rettungsdienst immer noch eine Arbeitszeitverlängerung gültig. 48 Stunden pro Woche arbeiten die Mitarbeiter im Einsatzdienst, berechnet werden jedoch nur 39 Stunden. „Man geht davon aus, dass die Mitarbeiter die einsatzfreien Zeiten auf der Rettungswache auch als Ruhezeiten nutzen können“, erläuterte Müller. Die Realität sieht jedoch anders aus: So hat in den letzten Jahren eine starke Arbeitsverdichtung stattgefunden, durch die die Mitarbeiter weniger Anwesenheitszeiten auf den Rettungswachen haben. Auch diese sind häufig nicht Freizeit, denn auf der Wache müssen auch Betriebsroutinen erledigt werden. „Diese Situation ist auf Dauer unhaltbar“, so Markus Müller. „Wir setzen uns dafür ein, dass die Anwesenheitszeiten perspektivisch verkürzt werden.“
Müller warb auch für politische Unterstützung in Bezug auf das Rentenalter: Anders als in anderen Bereichen, die der Daseinsvorsorge dienen, gibt es im Rettungsdienst kein vorgezogenes Renteneintrittsalter und keine Ausstiegsmodelle, wenn gesundheitliche Probleme auftreten. „Und die sind vorprogrammiert“, so Müller. Es sei nicht die Regel, sondern die Ausnahme, dass ein Einsatzdienstmitarbeiter das normale Rentenalter erreicht. Die Arbeit im Rettungsdienst ist körperlich sehr belastend durch schweres Heben und Tragen, aber auch durch den Schichtdienst. Gerade ältere Kollegen und Kolleginnen geraten dann leicht in die Berufsunfähigkeit und müssen mit reduzierten Rentenbezügen in einen vorgezogenen Ruhestand gehen.
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