Kinder und Jugendliche brauchen Chancen und ein gutes Lebensumfeld Kinder sind die Zukunft. Dies wird in unserer Gesellschaft zu wenig beherzigt. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf bietet – auch durch das grüne Engagement –  gute Lebensbedingungen und zahlreiche unterstützende Hilfen. Gleichzeitig gibt es viele Kinder und Jugendliche, die wenig Chancen für ihr weiteres Leben erhalten und die kein gutes Lebensumfeld haben. Außerdem gibt es noch vieles zu verbessern, um junge Leute auf ihrem Weg zu einem selbständigen, selbstbewussten und verantwortungsvollen Leben zu stärken. Zu einem besseren Lebensumfeld für Kinder gehört die Gesundheitsförderung. Die dramatische Zunahme von übergewichtigen Kindern ist ein Alarmsignal. Gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung müssen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen werden. Vor allem die Schulen müssen hier stärker als bisher Verantwortung übernehmen. Wir wollen die Bedingungen für Kinder und Jugendliche im Landkreis deutlich verbessern und setzen dabei neben Bildung, Betreuung und Schule (siehe den folgenden Abschnitt) auf folgende Ansätze: ·         Die Selbstorganisation von Kindern und Jugendlichen bezüglich ihrer Freizeitgestaltung und außerschulischen Aktivitäten wollen wir durch die Stärkung der Beteiligungsmöglichkeiten unterstützen. Junge Leute sollen stärker ihre Lebenskontexte mit entwickeln und mit gestalten können. ·         Die Arbeit des Kreisjugendparlaments sehen wir als weiteren wichtigen Ansatz, um Jugendlichen mehr Gestaltungsmöglichkeiten zu geben. In Zukunft wollen wir die Jugendlichen dabei unterstützen, verstärkt vor Ort tätig zu werden. Das KJP soll dazu in die Lage versetzt werden, regelmäßig regionale Konferenzen zu gestalten. ·         Die Mobilität von Jugendlichen soll weiter verbessert werden durch den weiteren Ausbau des Fifty-Fifty-Taxis, die Angebote im ÖPNV und insbesondere durch Anruf-Sammel-Taxis bis um Mitternacht und am Wochenende. ·         Durch die Unterstützung von Bündnissen für Eltern und Kinder wollen wir die Vielfalt von Lebensumfeldverbesserung fördern. Zielgruppe sind auch Alleinerziehende und Migrantinnen und Migranten. ·         In Schulen soll Essen, das als Massenware unter zweifelhaften Bedingungen produziert wird, künftig keine Chance mehr haben. Es sollen flächendeckend ausschließlich Produkte aus ökologischem Landbau und aus (nachweisbarer und belegbarer) regionaler Erzeugung Verwendung finden. Dabei wollen wir uns der Unterstützung des Gesundheitsamtes versichern. ·         Frühe Förderung und Unterstützung von Kindern und die Stärkung der Erziehungskompetenz der Familien soll durch niedrigschwellige und aufsuchende Angebote der Erziehungsberatung, Ausbau des Konzeptes der aufsuchenden Elternschule, Verstärkung der Frühförderarbeit sowie Erweiterung des Modellprojekts Integration in Dautphetal und Gladenbach verbessert werden. Gerade die Unterstützung benachteiligter Kinder, wozu häufig Kinder mit Migrationshintergrund oder Entwicklungsverzögerungen zählen, ist eine vordringliche Aufgaben. Hierfür müssen vorhandene Ressourcen ergänzt und weiter optimiert werden. Für Eltern soll ein umfassendes Angebot an Erziehungskompetenzschulung aufgebaut werden. U. a. sind dabei Ansätze wie die Programme “Starke Eltern, starke Kinder” oder „Mittendrin“ direkt zu fördern. ·         In der Jugendhilfe geht es vor allem darum, mehr im Vorsorgebereich zu tun. Dies wollen wir ausbauen, indem Ressourcen der “nachsorgenden” Jugendhilfe umgeleitet werden. ·         Wir wollen die soziale Integration als wichtigstes Mittel zur Gewalt- und Kriminalprävention fördern. Dazu brauchen wir eine ”Kultur des Hinsehens”, damit nicht erst dann reagiert wird, wenn Zustände sich drastisch verschlechtert haben. Der gemeinsame Präventionsrat in Stadt und Landkreis muss auf bewährte Strukturen (wie z. B. Suchtprävention, Jugendhilfe, Jugendstraffälligenhilfe, Schulprojekte, Busschule) zurückgreifen, um die vorhandenen Möglichkeiten einer Prävention in diesem Bereich voll zu nutzen. ·         In der Jugendgerichtshilfe sind die sozialpädagogische Betreuung jugendlicher Straftäter (Ableistung von Arbeitsstunden etc.) und der Täter-Opfer-Ausgleich (TOA) weiter zu fördern, wobei wir auch auf die Einsicht in der hessischen Justiz setzen, dass diese Instrumente Kosten im Justizsystem sparen und daher auch von dort gefördert werden müssten. ·         Beim Übergang in Ausbildung und Beruf müssen wir die Aktivitäten von Schulen, Agenturen für Arbeit, Kreisjobcenter, Freien Trägern und Jugendhilfe optimieren. Dies soll in enger Zusammenarbeit mit der Jugendberufshilfe der Stadt Marburg und des Landkreises Marburg-Biedenkopf sowie den anerkannten Trägern der Jugendbildungsarbeit umgesetzt werden.