Stadt des nachhaltigen Tourismus, der
Freizeit und des Sports

Marburg ist eine touristisch attraktive Stadt und lädt mit seiner schönen Umgebung und Sehenswürdigkeiten zum Urlauben ein. Dabei hat insbesondere auch die Weiterentwicklung kultureller Angebote und die ökologische Stadtentwicklung eine hohe Bedeutung für die zukunftsorientierte Stärkung der touristischen Attraktivität. In erster Linie lebt Tourismus aber auch von neuen Ideen und Innovationen. Ein wichtiges Stichwort für uns GRÜNEN ist der barrierefreie Tourismus. Hier wurden in Marburg bereits Maßstäbe durch das neue Hotel „Kornspeicher“ gesetzt, dass von Menschen mit Behinderung für Menschen mit Behinderung betrieben wird.

Auch der Tourismus kann nachhaltig gestaltet werden: sozial gerecht und kulturell angepasst, ökologisch tragfähig sowie wirtschaftlich sinnvoll und ergiebig sein. Mit diesem Anspruch wollen wir Marburger GRÜNEN unseren örtlichen Tourismus gestalten.

Wir sind sicher, dass wir damit auch attraktiver nicht nur für inländische, sondern auch für ausländische Gäste werden. Denn immer mehr Gäste aus dem Ausland finden den Weg nach Marburg. Sie kommen als Touristen oder als Kongress- bzw. TagungsteilnehmerInnen für einige Tage, als Studierende für einige Jahre oder leben als MitarbeiterInnen internationaler Firmen oder WissenschaftlerInnen mit ihren Familien für längere Zeit in Marburg. Für alle spielen die Besonderheiten der Stadt eine bedeutsame Rolle: neben den einzigartigen Baudenkmälern und den mittelalterlichen Straßen und Häusern ist Marburg eine Stadt am Berg umgeben von Bergen, eine Stadt der Treppen, eine Stadt, die öffentliche Aufzüge als Verkehrsmittel einsetzt und in Zukunft – wenn es nach den GRÜNEN geht - auch eine Seilbahn. Diese Besonderheiten wollen wir besser verbunden sehen mit freundlichem Empfang, Gastfreundschaft und Verständigungsbereitschaft, damit die Besucher sich emotional wohlfühlen und Marburg positiv erleben. Dann werden sie ein positives Bild von Marburg in die Welt tragen und als MultiplikatorInnen für Marburg wirken.

Ein Beitrag dazu sollen zweisprachige Schilder (Deutsch und Englisch) an und in touristisch interessanten Ausstellungen, Gebäuden, Sehenswürdigkeiten sein, die ausländischen Gästen zukünftig die Orientierung in Marburg erleichtern. Die Stadt sollte auch die Universität, die Deutsche Bahn und andere private Einrichtungen dafür gewinnen, dort wo es wichtig sein könnte, zweisprachige Schilder aufzustellen.

Weil nachhaltiger Tourismus gelernt sein muss, wollen wir Marburger Grünen besondere Angebote für Schulklassen machen. In Marburg sollen sie erfahren können, dass auch Klassenfahrten ohne Billigfliegen interessant sein können und Spaß machen. Sie sollen erfahren können, was aktiver Klimaschutz beinhalten kann, wie Renaturierung von Flüssen geschieht, welche Folgen Flächenverbrauch hat, was Bausünden sind, wie Mobilität anders gedacht werden kann usw. Und natürlich, wo Natur und Stadt ganz nahe sind, welche kulturellen Angebote und selbstverständlich auch, welche Kneipen und Diskos es in Marburg gibt, usw. Für solche Klassenfahrten müssen einerseits die SchülerInnen durch entsprechende attraktive Programme gewonnen werden. Andererseits müssen durch Konzepte und Planungsangebote auch die Lehrkräfte ermutigt werden, ihre SchülerInnen auf alternative Klassenfahrten mitzunehmen. Hier sehen wir eine wichtige Aufgabe des MTM, solche Konzepte und Angebote zu entwickeln und dafür zu werben.

Bei nachhaltigem Tourismus darf Wander- und Fahrradtourismus nicht fehlen. Bereits jetzt ist Marburg gut mit der Bahn zu erreichen und wir haben ein breites Radwegenetz realisiert. Unser Ziel ist es aber, dass möglichst alle Ausflugsziele autounabhängig zu erreichen sind. Dazu ist einerseits der Fahrradverleih auszubauen, andererseits müssen die Wegemarkierungen verbessert werden, z.B. auf den Lahnbergen.

Bisher haben mit dem Fahrrad anreisende Touristen zu wenig Beachtung gefunden. In der Marburger Innenstadt gibt es kein Fahrradhotel, in dem Gäste, die mit Fahrrad oder Kanu auf der Lahn unterwegs sind, für kleines Geld übernachten, ihr Fahrrad abstellen, ggf. warten und reparieren können oder ihr Kanu für den nächsten Tag lagern können. Obwohl es nicht in die Zuständigkeit der Stadt fällt, sehen wir es als ihre Aufgabe, Private zu ermuntern, ein entsprechendes Hotelangebot in der Innenstadt, am besten in Weidenhausen zu schaffen.

 

Sport

Sport und Bewegung spielen in Marburg eine große Rolle. Kommunale Sportpolitik heißt für uns vor allem, neue Bewegungsräume in Wohnquartieren zu schaffen bzw. bei der Umgestaltung von öffentlichen Räumen auf die Möglichkeit zur sportlichen Nutzung zu achten. Eine Tischtennisplatte oder ein Basketballkorb, eine Boulebahn oder ein aufgemaltes Tor auf einer Wand animieren zu sportlichen Aktivitäten.

Vor allem Kinder und Jugendliche, die in sportlicher Hinsicht unterdurchschnittlich aktiv sind, wollen wir mit solchen wohnortnahen Planungen zu Bewegungsaktivitäten anregen und damit präventiv gegen Bewegungs- und Gesundheitsdefizite vorgehen. Bewegung und Sport stärken nicht nur das körperliche, sondern auch das seelische Wohlbefinden, das Selbstbewusstsein und fördern die soziale Kompetenz sowie Verantwortungs- und Leistungsbereitschaft.

Sportpolitik bedeutet für uns GRÜNEN natürlich auch, den Vereinssport weiter zu stärken. Es gibt viele Sportangebote in einer großen Anzahl engagierter Vereine, sowohl im Spitzen- wie im Breitensport.

In kaum einem anderen Bereich engagieren sich so viele BürgerInnen sowohl finanziell wie ehrenamtlich. Eine besondere Anerkennung verdienen Vereine, die große Kinder und Jugendabteilungen unterhalten oder im Bereich Behindertensport besonders aktiv sind. Weil immer mehr junge Sportvereinsmitglieder einen Migrationshintergrund haben, sind gemeinsame sportliche Aktivitäten in Vereinen heute ein wichtiges Instrument kommunaler Integrationspolitik. Dieses soziale integrative Engagement in Sportvereinen wollen wir verstärkt fördern.

Der 2010 vorgelegte Sportentwicklungsplan hat neben vielen interessanten Anregungen eine Debatte um den weiteren Ausbau der Sportstätten ausgelöst. Wir befürworten die notwendigen Investitionen in Renovierungen vorhandener Sporthallen und den Neubau einer weiteren Sporthalle. Daneben werden wir auch förderungsfähige Sportvereine bei ihren Bauvorhaben unterstützen.

 

Wir GRÜNEN wollen

  • dass die Stadt Marburg nachhaltige touristische Angebote bereithält (z.B. auch Tourenvorschläge für Wander- und Radtourismus);

  • dass ökologische und barrierefreie Tourismuskonzepte gefördert werden;

  • dass an allen relevanten Gebäuden und bei Ausstellungen Schilder angebracht werden, die in deutsch und englisch informieren;
  • dass die Stadt Konzepte für nachhaltige Klassenfahrten nach Marburg entwickelt und Marburg zum gleichermaßen attraktiven wie erholsamen und spannenden Lernort für umweltbewußtes Reisen macht;

  • dass Radleihmöglichkeiten verbessert werden;

  • dass die Kennzeichnung der Wander- und Spazierwege besser wird;

  • dass Marburg ein innerstädtisches Rad- und Kanu-Hotel erhält;

  • dass mehr Bewegungsräume in Wohnquartieren und auf Grünflächen geschaffen werden;

  • verstärkte Förderung der Vereine, die große Jugendabteilungen unterhalten, im Behindertensport aktiv sind und zur kommunalen Integration beitragen;

  • dass für junge und die ältere Menschen gezieltere Sportangebote geschaffen werden;

  • dass der Ausbau der Marburger Sportstätten bedachtsam und effizient erfolgt.