Stadt der Kultur

Marburgs Kultur ist geprägt von Offenheit, Vielfalt und Experimentierfreude, wichtige Voraussetzungen für eine lebendige und zukunftsträchtige Kultur. In unserer Stadt sind alle kulturellen Sparten und Richtungen vertreten: traditionelles modernes und experimentelles Theater, Musik von der Klassik bis zum Pop, Literatur und Bildende Kunst. Das breit gefächerte Angebot hat eine bemerkenswerte Qualität und stößt auf hohe Akzeptanz bei Menschen aller Altersgruppen und aller sozialer Schichten. Die Universität und vor allem ihre Studierenden spielen für das kulturelle Leben Marburgs eine wichtige Rolle. Sie sind gleichzeitig Adressaten wie Initiatoren vieler kultureller Ereignisse und tragen maßgeblich zu dem spezifischen Flair bei, dem kulturellen Klima und den spezifischen kulturellen Angeboten Marburgs, besonders im Bereich der Soziokultur. Es ist aber ein Irrtum wenn angenommen wird, die soziokulturellen Angebote seien nur für das studentische Publikum bedeutsam. Interessiert sind alle Altersgruppen, von SchülerInnen aus der Stadt oder der Umgebung bis SeniorInnen.

Die über die Stadt verteilten freien Träger der Soziokultur, das KFZ, die Waggonhalle, das Trauma im G-Werk aber auch das Hessische Landestheater, German Stage Service und die Musikschule sichern die Qualität und Vielfalt des Marburger Kulturlebens. Wir GRÜNEN werden uns wie bisher dafür einsetzen, dass diese Kultur auch in Zukunft zuverlässige Weiterentwicklungschancen hat und werden dafür Sorge tragen, dass die Voraussetzungen dafür erhalten und gestärkt werden. Wir haben bereits in den vergangenen fünf Jahren erreicht, dass durch zusätzliche Projektförderungen und die stetige Anhebung der Grundförderung der Kulturetat auf ca. 4 % gestiegen ist. Damit ist es der rot-grünen Koalition gelungen, die wertvolle, überzeugende und wegweisende Arbeit der Kulturprojekte abzusichern und tragfähige Entwicklungsperspektiven zu entwickeln.

Darüber hinaus wollen wir eine Zusammenarbeit der verschiedenen kulturellen Strömungen fördern. Unsere Stadt muss offen sein für neue Kunstformen und innovative kulturelle Strömungen und Initiativen.

Die Entfaltung der Kultur und die Teilhabe möglichst vieler BürgerInnen daran, werden auch in Zukunft von der Förderung durch öffentliche Zuschüsse abhängig sein, die transparent und nach- vollziehbar erfolgen muss. Zwar sollten Menschen, die über genügend Geld verfügen, auch ihren Beitrag dazu leisten, aber für die Weiterentwicklung der Marburger Kultur sind öffentliche Zuschüsse unabdingbar. Für uns Marburger GRÜNEN ist eine Erhöhung des Kulturetats auf mindestens 5 Prozent des städtischen Haushalts gemäß der Empfehlung des Deutschen Städtetags dringend notwendig. Der Kulturbetrieb ist für seine Arbeit auch auf das Sponsoring der Wirtschaft angewiesen, als Ergänzung zu den von Land und Kommune bereitgestellten Mitteln. Wichtig dafür ist die Schaffung eines günstigen „Sponsoring-Klimas“ durch Politik und Verwaltung. Mit der Gründung einer Bürgerstiftung könnten weitere Mittel den sozialen und kulturellen Initiativen zugute kommen.

Das Waggonhallenareal auf dem alten Bahngelände in der Nordstadt eignet sich mit seiner Stadtnähe, den industriekulturellen Bauten und der bereits erfolgenden Nutzung als Ort der Kultur in besonderer Weise für die Gestaltung eines wichtigen Kultur- und Freizeitgeländes. In Kooperation mit verschiedenen Kulturträgern und Anbietern unterschiedlicher Freizeitangebote, wie z.B. Kletter- und Sportvereinen möchten wir einen attraktiven, kulturellen und sportorientierten Freizeitort gestaltet sehen. Wir GRÜNEN werden uns deshalb dafür einsetzen, dass das Gelände und die darauf stehenden Gebäude nicht weiter verfallen und gemeinsam mit den Beteiligten zügig ein Gesamtkonzept für das Gelände in die Wege leiten.

Der Kulturladen KFZ ist ein weit über Marburgs Grenzen hinaus bekannter soziokultureller Ort, der allerdings seit Jahren an seine räumlichen Grenzen stößt. Beim Umbau der Stadthalle zu einem modernen, multifunktionalen Veranstaltungszentrum wollen wird deshalb das KFZ mit neuen Räumen baulich integrieren. Dies verschafft dem KFZ die Möglichkeit in Zukunft größere Konzerte, Festivals und Events anzubieten. Diese Neustrukturierung der Stadthalle kommt aber nicht nur dem KFZ zugute, sondern macht auch die Stadthalle insgesamt attraktiver. Und die Nähe zum neuen Campus am Alten Botanischen Garten wird weiter zu ihrer Aufwertung beitragen.

 

Wir GRÜNEN wollen

  • eine Erhöhung des Kulturetats auf mindestens 5 Prozent des städtischen Haushalts;

  • dass Förderrichtlinien für die Kulturförderung entwickelt werden, die die städtische Bezuschussung transparent machen;

  • gemeinsam mit den Trägern und KulturakteurInnen den interkulturellen Dialog und den kulturellen Austausch fördern;

  • Offenheit für neue Kunstformen und innovative kulturelle Strömungen;

  • ein erweitertes Angebot an internationaler Live-Musik (Rock / Pop / Jazz / Hip Hop etc.) und an Open Air-Veranstaltungen unterstützen;

  • dem Sektor „Neue Medien“ mehr Beachtung schenken;

  • uns dafür einsetzen, dass das Waggonhallenareal für Kultur und Freizeitaktivitäten genutzt und entsprechend gestaltet wird;

  • dass beim Umbau der Stadthalle zu einem modernen, multifunktionalen Veranstaltungszentrum der Kulturladen KFZ mit neuen Räumen baulich integriert wird;

  • Kultureinrichtungen und Vereine darin unterstützen, dass Jugendliche auch in den Stadtteilen angeregt werden, sich für Kultur zu interessieren und über kreative Gestaltungsmöglichkeiten verfügen.