Antrag der Fraktionen von CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und Freie Wähler betreffend



"Mehrgenerationenhäuser"


Beschluss:
Der Kreisausschuss wird beauftragt, bei den Städten und Gemeinden im Landkreis für die Einrichtung von Mehrgenerationenhäusern zu werben. Darüber hinaus soll er bei der Planung und Umsetzung der Projekte beratend tätig werden. Begründung: Deutschland wird nicht nur älter, auch die Familienstrukturen verändern sich. Die traditionelle Großfamilie ist aus unserer Gesellschaft fast vollständig verschwunden. Laut Mikrozensus 2004 des Statistischen Bundesamtes leben bei 39 Millionen Privathaushalten nur in 282.000 Haushalten drei oder mehr Generationen miteinander. Immer mehr Kinder werden künftig in ihrer eigenen Generation wenige oder gar keine direkten Verwandten mehr haben. Darüber hinaus leben Kinder, Eltern und Großeltern oft nicht an einem Ort  Damit verschwinden auch informelle Netzwerke, Alltagskompetenzen und Erziehungswissen. Dabei bietet die demografische Entwicklung auch eine Chance, denn noch nie gab es so viele ältere Menschen, die Jüngeren so viel zu geben hatten wie heute. Dieses soziale Kapital sollte aber genutzt werden. Ein Mittel hierzu ist die Einrichtung von Mehrgenerationenhäusern. Im Mittelpunkt des Mehrgenerationenhauses steht ein offener Tagestreffpunkt, hier sollen sich alle Menschen im Einzugsgebiet begegnen können. Es müssen Angebote für alle Generationen vorgehalten werden, damit soll die Isolation der verschiedenen Altersgruppen überwunden wird. Die Arbeit soll gemeinsam von professionellen und ehrenamtlichen Kräften geleistet werden. Die Arbeit dieser Häuser setzt zudem auf strategische Partnerschaften mit anderen Einrichtungen und Institutionen. Auch die Bundesregierung will die Begegnung und die Kommunikation der Generationen untereinander durch die Schaffung von Mehrgenerationenhäusern fördern. Sie hat sich als Ziel gesetzt, in der laufenden Wahlperiode in jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt zumindest ein Mehrgenerationenhaus aufzubauen und in jedem Landkreis eine Einrichtung mit einer „Start-Up“-Förderung von 40.000 Euro jährlich auf fünf Jahre zu fördern. Aus diesem Grunde soll der Landkreis dafür werben, sich an diesem Projekt zu beteiligen und die Träger bei der Planung und Umsetzung unterstützen. Werner Waßmuth, CDU Fraktion
Sandra Laaz, BÜNDNIS 90/Die Grünen
Jürgen Reitz, Freie Wähler
Karl Zissel, FDP