Hier kommt die Energie – GRÜNE und „ein Roter“ besichtigen Heizkraftwerk

Siebler, Spies und Frömmrich: „Energiewende muss kommen.“

 

Marburg, 14.01.08

 

Das Heizkraftwerk Ortenberg war früher mal ein Kohleheizwerk des Landes Hessen. 1995 übernahmen die Stadtwerke Marburg die Anlage und bauten sie zu einem Heizkraftwerk um, das Erdgas als Brennstoff nutzt. Außerdem wurde eine Gas- und Dampfturbinen- Anlage zur kombinierten Erzeugung von Strom und Wärme installiert. Wie das Heizkraftwerk im Detail funktioniert, wie viel Strom und Wärme es erzeugt und was die Stadtwerke Marburg für den Ausbau regenerativer Energien macht, darüber informierte bei einer Besichtigung des Heizkraftwerks Geschäftsführer Rainer Kühne seine Gäste und Bürgermeister Dr. Franz Kahle.

 

In Deutschland wird bei der gesamten Stromproduktion mehr als doppelt so viel Wärme als Abwärme ungenutzt und umweltschädlich „in die Luft geblasen“ wie für die komplette Beheizung aller bestehenden Gebäude benötigt wird.

Kühne erläuterte, wie bei der Stromerzeugung mit Kraft- Wärme- Kopplung die anfallende Abwärme direkt zu Heizzwecken genutzt werden kann. „Dadurch werden alleine durch diese Anlage 12.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid- Emissionen eingespart“ so Kühne weiter.

 

Mit einer Jahreswärmeabgabe von ca. 70 Mio. kWh (davon 50 Mio. kWh ausgekoppelte Wärme) versorgt das Heizkraftwerk Ortenberg unter anderem Gebäude der Universität, die Elisabethkirche, die Stadtbibliothek, die Feuerwehr und das Marktdreieck.

 

Bürgermeister Kahle und Geschäftsführer Kühne führten anschließend aus, dass das Heizkraftwerk dabei nur ein Baustein einer Gesamtstrategie hin zu einer umweltschonenderen Energieerzeugung ist, die darüber hinaus die Unabhängigkeit gegenüber den vier großen Energiekonzernen zum Ziel hat. Die Runde war sich einig darin, dass dem Ausbau der regenerativen Energien dabei die wichtigste Rolle zufällt. Leider, so stellten Siebler (GRÜNE), Spies (SPD) und Frömmrich (GRÜNE) unisono fest, hat in diesem Bereich die CDU- geführte Landesregierung komplett versagt. Elke Siebler, Direktkandidatin für den Wahlkreis 13, ist davon überzeugt, dass das nicht nur etwas mit Unvermögen zu tun hat. „Diese Landesregierung steht im Pakt mit den Atomkraftbetreibern.“, so Siebler.

 

Der SPD- Landtagsabgeordnete Dr. Thomas Spies, der das energiepolitische Grauen in Wiesbaden ebenso leidvoll und hautnah erleben muss wie sein Kollege Jürgen Frömmrich von den GRÜNEN, hofft auf den politischen Wechsel durch die Landtagswahl. „Die Zeit ist reif für die Energiewende.“, so Spies. „Hessen hat neun Jahre verschlafen.“

 

Jürgen Frömmrich ergänzt: „Eine echte Energiewende wird es nur mit starken GRÜNEN als Partner geben. Wie das funktioniert, kann man ja hier in Marburg beobachten.“