Vor dem Hintergrund der Fusion der beiden Uni-Klinika Marburg und Gießen und Übernahme durch die Rhön-Klinikum AG richten die grünen Stadtverordneten Elke Therre-Staal und Reinhard Weber-Hofmann eine Große Anfrage an den Magistrat, die nach den bisherigen Folgen für die Personalentwicklung und Patientenversorgung fragt. Die beiden Stadtverordneten wollen wissen, wie sich der Personalschlüssel von pflegerischem bzw. ärztlichem Personal zu Patienten seitdem verändert hat. Sie fragen außerdem, ob die doppelte Funktion des ärztlichen Personals, einerseits in der Patientenversorgung tätig zu sein und andererseits Lehre und Forschung zu leisten berücksichtigt wurde.
Die Grünen fürchten, dass die Profitorientierung eines privatwirtschaftlichen Klinikums zur Reduzierung des Personalbestands führen wird, von dem gerade jüngere Beschäftigte betroffen sein werden. „Diese haben in der Regel befristete Arbeitsverträge und müssen im Gegensatz zu Beschäftigen in unbefristeten Arbeitsverhältnissen, die vertraglich vor betriebsbedingten Kündigungen bis 2010 geschützt sind, mit Nicht-Verlängerung rechnen“, so Therre-Staal.
Dieser Umstand bedroht nicht nur die Aufrechterhaltung der bisherigen Patientenversorgung, meint Weber-Hofmann. „Jüngere Beschäftigte können finanziell nicht längerfristig planen und werden hinsichtlich etwaiger Familiengründungsabsichten abgeschreckt.“
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