Presseerklärung zur Erteilung der Baugenehmigung für ein Bordell in der Siemensstrasse

Der Stadtverband der Marburger Grünen lehnt die von der Stadt für das Bordell in der Siemensstraße erteilte Baugenehmigung ab. Nach Ansicht der Marburger Grünen sind verschiedene Aspekte bislang nicht hinreichend berücksichtigt bzw. nicht ausreichend beantwortet worden. Zunächst ist festzustellen, dass die Frage nach der Vereinbarkeit des Bordellbetriebes mit der in der Nähe befindlichen Diskothek Fun-Park nicht ausreichend thematisiert worden ist. Da die Betreiber neben dem Bordell auch weitere Dinge wie "Table Dance", "Videovorführungen" und einen Sex-Shop anbieten wollen, ist die Frage zu stellen, ob hiermit nicht der gebotene Jugendschutz verletzt wird.

Ferner ist bislang nicht ersichtlich, dass die Stadt alle erforderlichen und möglichen Maßnahmen ergriffen hat, um illegale Prostitutionsverhältnisse im neuen Bordell zu verhindern. Hier hätte es zumindest klare und nachprüfbare Absprachen zwischen Polizei und Betreibern geben mü, um künftig immer alle in dem Anwesen tätigen Personen überprüfen zu können.

Schließlich sehen die Grünicht hinreichend geklärt, ob die zukünftigen Betreiber nicht als Strohpersonen für andere Personen dienen, die der Polizei im Zusammenhang mit illegaler Prostitution einschlägig bekannt sind. Hier hätte eine schärfere Überprüfung stattfinden sollen. Die Grünen begrüßen die Absicht der Stadt, im nächsten Jahr eine Ausstiegsberatung für Prostituierte einzurichten. Die wird auch Prostituierten aus anderen Bordellen zu Gute kommen können. Allerdings kann diese Ausstiegsberatung die eigentlich notwendige Ablehnung des Bauvorhabens in der jetzigen Form nicht rechtfertigen.

 

Stadtverband Marburg Vorstand

Sabine Pistor